Umbau der Sauenhaltung bleibt zentrale Herausforderung für die deutsche Ferkelerzeugung
SuS, Ausgabe 4.2026 - Der Großteil der deutschen Ferkelerzeuger hat Konzepte für die notwendigen Anpassungen der Stallanlagen im Deckzentrum und im Abferkelbereich erarbeitet und eingereicht. Dennoch gibt es Betriebe, die aufgrund der hohen Investitionskosten und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keinen Umbau planen und ihre Ferkelerzeugung mit Ablauf der geltenden Übergangsfristen einstellen werden. Wie viele Sauenhalter kein Umbaukonzept eingereicht haben, ist regional sehr unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen sind es bislang rund 23 %, in Mecklenburg-Vorpommern hingegen gibt es kaum Sauenhalter, die aufgrund eines nicht eingereichten Konzepts die Aufgabe der Tierhaltung erklärt haben.
Mit den erhöhten Tierschutzanforderungen in der Ferkelerzeugung verfolgt Deutschland im europäischen Vergleich einen besonders anspruchsvollen Weg. Die daraus resultierenden höheren Investitions- und Produktionskosten verschlechtern die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen EU-Mitgliedstaaten, in denen weniger weitreichende Vorgaben gelten.
In Fachkreisen besteht Einigkeit darüber, dass viele Betriebe die erforderlichen Stallumbauten ohne ausreichende öffentliche Förderung nicht finanzieren können. Die hohe Nachfrage nach Förderprogrammen zum Umbau der Tierhaltung unterstreicht diesen Investitionsbedarf. Gleichzeitig wird kritisch gesehen, dass Förderprogramme häufig durch begrenzte Fördersätze oder Einkommensgrenzen eingeschränkt sind. Gerade wirtschaftlich leistungsfähige Vollerwerbsbetriebe erfüllen diese Voraussetzungen oftmals nicht, obwohl auch sie vor erheblichen Investitionsaufgaben stehen.
Insgesamt zeigt sich, dass die deutsche Ferkelerzeugung vor einem tiefgreifenden Strukturwandel steht. Neben den Anforderungen an Tierwohl und Biosicherheit sind es insbesondere die steigenden Investitionskosten, die begrenzten Fördermöglichkeiten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit, die die Betriebe vor große Herausforderungen stellen. Eine praxisnahe Beratung und geeignete politische Rahmenbedingungen sind daher entscheidende Voraussetzungen, um eine wettbewerbsfähige Ferkelerzeugung in Deutschland zu erhalten.





