Nationales Tierwohlmonitoring: BRS mit neuen Zahlen zum Tierwohl in der Milchviehhaltung
Für 87 % aller Milchkühe in Deutschland haben die Milchkontrollverbände und Rechenzentren (Rin-der Daten Verbund (RDV) und Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V. (vit)) im Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) Tierwohlindikatoren berechnet und dazu die Fakten von rund 2,915 Mio. Kühen aus fast 30.000 Betrieben zusammengetragen. Q Check bündelt diese Indikatoren als nationales Tierwohlmonitoring in der Milchviehhaltung. Die Ergebnisse des bundesweiten Tierwohlmonitorings zeigen auch in diesem Jahr ein insgesamt gutes Niveau des Tierwohls auf deutschen Milchviehbetrieben. Die Grundlage der zusammengeführten Informationen bildet eine einheitliche Erfassung von Daten aller deutschen Milchkontrollorganisationen sowie Informationen aus HI-Tier, auf deren Grundlage mit Hilfe standardisierter Methoden die Tierwohlindikatoren berechnet werden. Diese werden in anonymisierter Form von den Rechenzentren Rinder Daten Verbund (RDV) und Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung (vit) zusammengeführt und aufbereitet. Mit der jährlichen Veröffentlichung der Q Check Indikatoren wird neben dem Status quo auch die Entwicklung des Tierwohls im deutschen Milchviehsektor dokumentiert.
Im vorangegangenen Auswertungsjahr waren einzelne Tierwohlindikatoren durch die Auswirkungen der Blauzungenkrankheit stark beeinflusst. So zeigte sich beispielsweise eine zwischenzeitliche Verschlechterung der Merzungs- bzw. Abgangsrate der Kühe. Im aktuellen Auswertungsjahr hat sich dieser Indikator wieder verbessert und sank auf 27,4 %. Unabhängig davon zeigen insbesondere die Indikatoren zur Eutergesundheit eine deutlich positive Ent-wicklung. Während der Anteil der Kühe mit einem niedrigen Zellgehalt (≤ 100.000 Zellen/ml Milch) bis zum Jahr 2025 auf 62,0 % gestiegen ist, ging der Anteil der Kühe mit deutlich erhöhtem Zellgehalt (≥ 400.000 Zellen/ml Milch) auf 10,8 % zurück. Gleichzeitig verringerte sich die Neuinfektionsrate in der Laktation von rund 18 % in den Jahren 2022 bis 2024 auf 16,9 % im aktuellen Auswertungsjahr. Auch die Erstlaktierendenmastitisrate war rückläufig und sank von 26,3 % im Jahr 2022 auf 25,0 % im Jahr 2025. Diese Entwicklungen sind Indiz für eine gute Eutergesundheit und das hervorragende Herdenmanagement der Tierhalter.
Neben der Veröffentlichung des nationalen Tierwohlmonitorings stellen die Milchkontrollverbände ihren Mitgliedsbetrieben die definierten Indikatoren über den Q Check-Report auch auf betrieblicher Ebene zur Verfügung. Durch inner- und überbetriebliche Vergleichswerte wer-den mögliche Schwachstellen aufgezeigt und die Betriebe bei der Optimierung des Herden-managements sowie der gesetzlich vorgeschriebenen Eigenkontrolle unterstützt.
Aufbauend auf den 16 Q Check-Einzelindikatoren wurde im Rahmen des von der Landwirtschaftlichen Rentenbank geförderten Projekts Q Index
eine zusätzliche, zusammenfassende Bewertungsmöglichkeit entwickelt. Künftig sollen die Kategorien Stoffwechselgesundheit, Eutergesundheit und Tierverluste ergänzend jeweils in einem eigenen Score sowie in einem übergeordneten Gesamt-Score dargestellt werden. Dabei gilt: Je höher der Score, desto besser ist die Tierwohlsituation im jeweiligen Bereich einzuschätzen. Ziel ist es, Milchviehhaltern einen schnellen und übersichtlichen Überblick über die Tierwohlsituation im eigenen Betrieb zu ermöglichen. Geplant ist eine quartalsweise Bereitstellung der Auswertungen, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und das betriebliche Herdenmanagement gezielt unterstützen zu können.






