Milkfluencer: Social Media nutzen und das Hoftor öffnen
Die moderne Milchkuhhaltung in den sozialen Medien darstellen: Tipps für die Social Media-Arbeit rund um die Milchproduktion, hilfreiche Tools und KI sowie der gegenseitige Austausch stecken hinter den Milkfluencer-Treffen
von Dialog Milch.
Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam angehen, gegenseitig Ideen austauschen und die neuesten Social Media-Tools kennenlernen, diese Idee steht hinter den Milkfluencer-Treffen
von Dialog Milch. Die Landesvereinigungen Milchwirtschaft in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen möchten gemeinsam junge Landwirtinnen und Landwirte sowie Menschen aus der Stadt und vom Land miteinander vernetzen und fördern und die moderne Milchkuhhaltung intensiv nach außen tragen. Ob beim Austausch junger Landwirte, die Social Media-Arbeit betreiben oder bei gemeinsamen Hoftouren mit Agri-, Food- und Lifestyle-Bloggern: Die sogenannten Milkfluencer erreichen Menschen und zeigen, wie moderne Milchkuhhaltung für regionale Lebensmittel sorgt.
Mit Unterstützung der Agrar-Marketing-Agentur Agro Kontakt hat im November 2025 bereits das fünfte Milkfluencer-Treffen in Osnabrück stattgefunden. Gemeinsam mit rund 15 jungen Landwirten, Herdenmanagern und Angestellten aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben auch wir vom BRS an dem Workshop teilgenommen und blicken zurück auf einen spannenden, Input-reichen Tag!
Soziale Medien wie Instagram oder TikTok werden heute von rund 80 % der Bevölkerung genutzt und bieten Milchkuhbetrieben eine große Chance, Öffentlichkeitsarbeit vom eigenen Hof aus zu betreiben und das Image der Milch bzw. Milchproduktion zu verbessern. Doch wie gelingt der Einstieg und die stetige Weiterentwicklung? Welche Formate funktionieren besonders gut und wie lassen sich Videoformate oder Künstliche Intelligenz (KI) unkompliziert in den Alltag integrieren? Antworten auf diese Fragen haben wir im Workshop gemeinsam erarbeitet. Ergänzend berichtete Milcherzeuger Heiner Billmann vom Milchhof Billmann in Waltrop aus der Praxis, wie er Social Media erfolgreich für die Hofdarstellung und die Direktvermarktung von Milchprodukten nutzt. Den Abschluss bildete ein Besuch auf dem beeindruckenden, hochleistenden Betrieb der Westrup-Koch Milch GbR. Nach einem Betriebsrundgang mit Betriebsleiter Ulrich Westrup durften wir selbst kreativ werden und eine Video-Challenge umsetzten.
Sechs Tipps für die Social Media-Arbeit
- Einfach anfangen und authentisch bleiben
Wer sein Hoftordigital öffnen
möchte und mit einem Social Media-Account startet, kann klein und einfach anfangen. Zu Beginn ist die Reichweite noch gering, so kann man verschiedene Dinge ausprobieren und das Feedback aus der Community beobachten. Fragerunden, kleine Tutorials oder persönliche Fragen an die Community (z.B.Wie sollen wir das Kalb nennen?
) schaffen Nähe und fördern den Austausch. - Hilfreiche Tools nutzen
- Canva (Web & App) – Posts erstellen
- Trello (Web & App) – Planung & Organisation
- Facebook Meta – Posts vorplanen
- CapCut (App) – Videoschnitt - Agieren, bevor man reagieren muss
Gerade die Milchproduktion erntet viel Kritik von der Gesellschaft, weshalb man sich durch Social Media schnell angreifbar machen kann. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren, sachlich zu bleiben und nicht alles persönlich zu nehmen. Der Landwirt ist Profi in dem, was er täglich tut! Kritiker haben oft keinen landwirtschaftlichen Hintergrund. Kommen schwierige Situationen auf, ist es ratsam, diese ehrlich zu beleuchten, anstatt zu schweigen (Bsp. Vogelgrippe – die Kunden und Follower direkt informieren, warum die Tiere im Stall sind, bevor Kritik aufkommt). Bei massiver, wenig konstruktiver Kritik kann es hilfreich sein, Kommentare zu löschen oder die Kommentarfunktion auszuschalten und Kritikern auf diesem Weg keine Plattform zu bieten. - Keine Angst vor Videos
Ein Bild fängt den Blick, ein Video das Herz
– Videos bedeuten zwar oft mehr Aufwand, haben gegenüber Bildern aber auch deutlich mehr Potenzial für Reichweite, vor allem über die eigene Community hinaus.
- Equipment: Gimbal, Stativ, Mikrofon
- Formel: So kurz wie möglich x Mehrwert x Botschaft
- Ton: Untertitel einbauen, die Musik nicht zu laut einstellen
- Länge: Es gibt keine perfekte Länge für Reels!
- Titelbild: Das Titelbild eines Reels kann die Reichweite steigern, deshalb sollte unbedingt ein ansprechender, spannender Ausschnitt ausgewählt oder ein vorab ein separates Titelbild erstellt werden. - KI kann vieles erleichtern
Auch wenn viele noch skeptisch sind und die Ergebnisse aus KI unbedingt kritisch geprüft werden sollten, gibt es mittlerweile zahlreiche Tools, die einem die Social Media-Arbeit erleichtern können. Seien es Ideen für neue Postings, das Formulieren von Texten, die Sprachverbesserung in Videos oder die Bildbearbeitung – für alle diese Bereiche gibt es spezifische Programme, die Sie unbedingt nutzen sollten, um Zeit einzusparen und nicht auf externe Hilfe angewiesen zu sein. - Einladung zum Hoftag
Immer mehr Milchkuhbetriebe laden ihre Kunden oder auch Follower zu Hoftagen ein, was oftmals sehr gut angenommen wird. Hoftage bieten zudem eine gute Möglichkeit, sich mit Betrieben, Vereinen und Unternehmen aus der Nachbarschaft zusammen zu tun und ein großes Event zu veranstalten, dass allen zugutekommt. Social Media sollte hierbei genutzt werden, um den Hoftag zu bewerben und anschließend darüber zu berichten.
Mehr Informationen zu den Milkfluencer-Treffen und Fortbildungen finden Sie auf der Website von Dialog Milch.









