Klimaschutz mit Nebenwirkungen: Warum Deutschlands Schweinehaltung schrumpft
Die Landwirte in Deutschland arbeiten nach hohen Standards in den Bereichen Tierwohl, Umwelt- und Ressourcenschutz und müssen strenge Emissionsschutzauflagen einhalten. Diese hohen Standards und das gute Leistungsniveau der deutschen Landwirtschaft sind der Grund dafür, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei den Emissionen gut dasteht. So werden hierzulande pro Kilogramm erzeugtem Schweinefleisch durchschnittlich nur 11,2 kg CO₂-Äquivalent erzeugt – deutlich weniger als in den meisten anderen Ländern.
Die Schweinefleischproduktion ist in Deutschland jedoch rückläufig. In den vergangenen zehn Jahren haben rund 40 % der schweinehaltenden Betriebe ihre Produktion eingestellt. Die Gründe dafür liegen meist in den zunehmend strenger werdenden gesetzlichen Vorgaben, den steigenden Betriebsmittelpreisen und der unzureichenden Entlohnung, die die Produktionskosten nicht abdeckt. Preiswerter produzierte Fleischwaren aus dem Ausland machen den deutschen Produkten Konkurrenz. Das hat zur Folge, dass Betriebe in Deutschland aufgeben, während die Schweinefleischerzeugung in anderen Ländern ansteigt.
Seit 2016 ist die Schweinefleischproduktion in Deutschland um etwa 600.000 Tonnen gesunken, während sie in Spanien um eine Million Tonnen und in Brasilien um 700.000 Tonnen gestiegen ist. Aus Sicht des Klimaschutzes ist diese Entwicklung nicht sinnvoll. Spanien erzeugt 14 % mehr Emissionen pro Kilogramm Schweinefleisch als Deutschland und Brasilien 74 % mehr.
Politische Maßnahmen sollten faire Rahmenbedingungen schaffen, die hochwertige Inlandsprodukte stärken und zugleich eine zuverlässige Versorgung sichern. Klimaschutz hört nicht an der Landesgrenze auf!






